Tiere wirken zusätzlich stimulierend und es können in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Interventionen Verhaltensänderungen erreicht werden. Wenn die Therapie immer am selben Ort, zur selben Zeit, mit den selben Personen stattfindet, ist dies ein Mittel zur Förderung der Orientierung und der Aktivierung. Mit Hilfe von Tieren kann das Gedächtnis, besonders das Langzeitgedächtnis, trainiert werden. Die Erinnerung an die Vergangenheit stellt ein wichtiges therapeutisches Potential dar. Da bei Dementen das Langzeitgedächtnis am längsten erhalten bleibt, kann ein Gespräch über Vergangenes ein Erfolgserlebnis vermitteln und in weiterer Folge das Selbstbewusstsein und das Gefühl der eigenen Identität stärken und im Sinne des Realitäts-Orientierungstrainings als Brücke zur Gegenwart dienen. Tiere können sehr gut von momentanen Problemen und Beschwerden
ablenken. Ein weiteres Ziel ist es, die Kommunikation und die Interaktion zwischen, den
Heimbewohnern oder Patienten zu verbessern. Tiere werden beim Abbau von Ängsten eingesetzt. Mit Hilfe der systematischen
Desensibilisierung und der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen wird eine Verminderung der Angst erreicht. Dem Tier kann hier die Funktion eines Brückenbauers zwischen Klient und Therapeut zukommen. Zusätzlich vermitteln Hunde sehr oft Sicherheit während der Konfrontation mit angstauslösenden Reizen. Der Umgang mit Hunden trägt durch Bewegung zum Training von Muskeln und
Gelenken bei. Positive Auswirkungen lassen sich ebenfalls in Bezug auf die Verdauung und das Herz-Kreislaufsystem feststellen. Streicheln führt zu einer Reduzierung von Spannungszuständen. Besonders Hunde können einer Verminderung des Selbstwertgefühls entgegenwirken. Misshandelte oder missbrauchte Kinder zeigen oft Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer “gefrorenen” Wachsamkeit, die durch Furchtsamkeit gekennzeichnet ist. Diese Kinder können auf Zuwendung nur schwer ansprechen. Besonders Hunde, die diese Aufmerksamkeit und
Zuneigung vermitteln, können dies erleichtern. Tiere sind aber auch bei der Prävention psychischer Störungen sinnvoll einzusetzen. Tiere können gegen Schulängste eingesetzt werden und dienen hier als positiver Verstärker. Sie werden beim Abbau von Phobien eingesetzt. Motorik und Feinmotorik können über Hunde trainiert werden. |